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Aller guten Dinge sind drei

Ein drittes und letztes Mal hat der nascent Praxispartnerworkshop mit Praxispartnern und Transferpartnern am 21. und 22. September 2017 in Kassel im ...
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Hier ist er - der Film zum Projekt nascent, in dem anschaulich erklärt wird, worum es im Projekt geht und welche Themen bearbeitet werden. Zwei ...
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Aller guten Dinge sind drei

Ein drittes und letztes Mal hat der nascent Praxispartnerworkshop mit Praxispartnern und Transferpartnern am 21. und 22. September 2017 in Kassel im Anthroposophischen Zentrum stattgefunden. Das Thema des Workshops war die Politik der transformativen Unternehmen der Ernährungswirtschaft. Wer noch einmal nachlesen möchte, wie der zweite Praxispartnerworkshop ein Jahr zuvor verlief, kann dies hier tun.

Dem Workshop lagen dieses Jahr drei zentrale Fragen zugrunde, die den Praxis- und Transferpartnern bereits im Vorfeld geschickt wurden:

  1. Eine weitreichende Problematik transformativer unternehmerischer Initiativen liegt in der Frage der Kooperationen mit der etablierten Ernährungswirtschaft als Wirkung nach außen und innen: In welcher Weise und bis zu welchen Punkt lassen sich die konträren Positionen zusammenbringen? Wie viel Nähe kann geduldet werden und wie viel Distanz ist notwendig? Was ist für die Dynamik der transformativen Entwicklung hilfreich und was sollte vermieden werden?
  2. Sektoral bezogen auf die Ernährungs- und Landwirtschaft: Mit welchen ernährungspolitischen Vorstellungen sind Ihre/Eure Initiativen/Unternehmen strategisch tätig? Welche Rolle spielen dabei konkrete Vorstellungen über eine wünschenswerte Ernährungs- und Landwirtschaft in 2025? Welche Vorstellungen liegen darüber vor, nicht nur selber anders zu leben und zu arbeiten, sondern auch – durch Verdrängung nicht-nachhaltiger Formen von Ernährungs- und Landwirtschaft – handfest und konkret zum Zustandekommen einer besseren Ernährungs- und Landwirtschaft in 2025 beizutragen?
  3. Allgemein (gesellschafts-) politisch: Welche Vorstellungen von den Gestaltungsformen von Großer Transformation und nachhaltiger Gesellschaft – vor allem in Bezug auf Willens- und Entscheidungsbildung von unten, also Demokratie, haben die Praxispartner? Und welche Rolle sollten Unternehmen und unternehmerische Initiativen als ökonomische Organisationen dabei spielen? Wie sollte zukünftige Ernährungs- und Landwirtschaft im Sinne von Ernährungssouveränität einen angemessenen politischen Ort bekommen?

Die Fragen wurden im Laufe der beiden Tage in verschiedenen Gruppenkonstellationen wie einer Fish Bowl Diskussion, Kleingruppen- oder Plenumsdiskussionen thematisiert.

Was in der Zwischenzeit geschah

Los ging’s am Donnerstag 21. September um 13:00 Uhr, sehr pünktlich, da dieses Jahr einem reibungslosen Start zum Glück keine Verspätungen der Deutschen Bahn im Wege standen. Nach einer Begrüßung durch Prof. Dr. Reinhard Pfriem leitete Christa Müller in das Thema des Workshops ein. Als erstes Highlight wurde der neu produzierte nascent Projektfilm gezeigt. Der Film dauert 11:00 Minuten, schauen Sie einmal rein.

Als nächstes folgte ein Vortrag von Dr. Niko Paech zum Thema „Small is beautiful“. Er zeigte den Initiativen ein mögliches Spannungsfeld zwischen betriebswirtschaftlicher und sozialer Stabilität sowie transformativem Charakter auf, in dem sie sich bewegen. Mit der Frage „Seid ihr groß oder klein genug?“ stellten sich die Teilnehmenden auf einer Skala durch den Raum auf und berichteten von ihren aktuellen Herausforderungen bezüglich der Größe ihrer Initiative.

Sven Stinner und Dr. Christine Lenz stellt sowohl die neuesten quantitativen als auch qualitativen Ergebnisse von Untersuchungen aus dem Projekt vor. Danach war Zeit für eine kleine Kaffeepause.

Kooperationen mit der etablierten Ernährungswirtschaft?

Die Moderation zur ersten Frage nahm Prof. Dr. Cordula Kropp in die Hand. Mit einer ersten Kartenabfrage sollten die Teilnehmenden ihre grundsätzliche Haltung zu ihrer Kooperation mit der etablierten Ernährungswirtschaft zum Ausdruck bringen. Diese wurde auf einem Koordinatensystem mit den Achsen positiv/negativ (X-Achse) und möglich/unmöglich (Y-Achse) angebracht. Die geschriebenen Karten häuften sich im Bereich negativ/unmöglich und positiv+negativ/möglich. Diese ersten Gedanken wurden anhand der Leitfrage schließlich in einer Fish Bowl Diskussion besprochen. Das Format bot allen Teilnehmenden die Möglichkeit, spontan ihre Meinung einzubringen, sodass eine rege, kontroverse und spannende Diskussion zustande kam. Carsten Sperling nahm dabei die Rolle des Advocatus Diaboli ein und entlockte durch kritische Nachfragen den Diskutierenden weitere wertvolle Beiträge.

Nach dem Abendessen im anthroposophischen Zentrum wurde auf Anregung eines Praxispartners am Abend der Film „The Eyes of the Journey“ im Rahmen einer weltweiten Uraufführung gezeigt. Entspannt vom Film, ging es abschließend in das Brauhaus zum Rammelsberg auf ein erfrischendes Feierabendbier.

Ein Blick in die Zukunft

Vielleicht noch etwas müde von den intensiven Diskussionen im Brauhaus am Vorabend waren alle Teilnehmenden nach einem Kaffee wieder bereit für die nächste intensive Runde. Nach einer kurzen Begrüßung teilten sich die Praxis- und Transferpartner dem Zufallsprinzip nach in drei Kleingruppen auf und diskutierten ihre Visionen für das Jahr 2025. Alle waren sich einig: Es muss und es kann noch viel passieren, wobei einige Veränderungen mehr Zeit in Anspruch nehmen und man sich in Geduld üben muss. Vielen fiel es daher nicht einfach, nur bis zum Jahr 2025 zu denken, sodass der Zeithorizont um weitere 25 Jahre ausgedehnt wurde.

Die dritte Frage wurde anschließend wieder in der großen Runde diskutiert. Prof. Dr. Reinhard Pfriem hob die Diskussion auf eine übergeordnete Ebene und regte die Praxis- und Transferpartner dazu an, über die gestalterischen und transformativen Aspekte ihrer Initiativen nachzudenken. Eine gute Gelegenheit, um alle bisher besprochenen Punkte noch einmal aufzugreifen und zu kondensieren.

Angesichts der bereits fortgeschrittenen Zeit wurde das letzte Highlight des Workshops im Schnelldurchlauf durchgeführt: Unter dem Motto Praxispartner treffen Transferpartner, stellten sich letztere mit ihren konkreten Angeboten an die Praxispartner vor. Sei es die Unterstützung bei Aktionen, der Erweiterung ihres Netzwerks sowohl offline als auch online, oder die Unterstützung durch das Drehen eines Image-Films – hier wurden die möglichen Synergien zwischen Praxis- und Transferpartnern deutlich, jetzt gilt es sie zu nutzen.

Und wie es immer so ist: Die Zeit geht so schnell vorbei. Die Wege trennten sich nach den intensiven eineinhalb Tagen, die in der Feedbackrunde durchweg als positiv, bereichernd und motivierend bewertet wurden. Das nächste Wiedersehen steht im nächsten Jahr beim Projektabschlusstreffen statt. Weitere Informationen und Einladungen hierzu folgen. Die detaillierten Ergebnisse zu diesem Workshop werden in einem Workshopbericht veröffentlicht, der auch an dieser Stelle wiederzufinden sein wird.

Abschließend bleibt zu sagen: Ein großer Dank gilt allen Praxis- und Transferpartnern für ihre Zeit, ihr Mitwirken und ihre zahlreichen Beiträge, nicht zuletzt in Form von mitgebrachten Köstlichkeiten für das Abendessen.

 



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Stand: 12.10.2015 Druckversion
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