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Bremer Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaft

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Bremer Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaft

Die Bremer Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaft ist ein Zusammenschluss von 617 Mitgliedern, darunter 30 Erzeuger*innen aus Bremen und dem Umland. Zu den Erzeugern gehören Landwirte, Gärtner, Bäcker, Schlachter sowie drei Winzer aus Süddeutschland. Während die Genossenschaft vor allem durch den Betrieb des eigenen Bauernladens die kooperative Vermarktung von regionalen Bio-Produkten unterstützt, liegt der Schwerpunkt des gemeinnützigen Fördervereins SozialÖkologie e. V. [1] in der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit.

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Gründung der Genossenschaft

Entstanden ist die Genossenschaft aus einer Selbstversorger-Kooperative, die 1977 im Rahmen der Städtealternativbewegung in Bremen gegründet wurde. Zehn Jahre lang wurde in einem Gemeinschafts- und Kulturzentrum im Bremer Ostertorviertel Brot selbst gebacken. Die Gründer wollten den Bereich Ernährung und Wohnen selbst organisieren und durch den Ausschluss des Zwischenhandels faire Preise für Bio-Lebensmittel aus der Region erzielen. 1987 wurde dafür der Verein SozialÖkologie e. V. von rund 30 Mitgliedern gegründet. Ein Jahr später folgte die Gründung der Bremer Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaft und am  6. Juni 1989 eröffnete die Genossenschaft schließlich den ersten Bauernladen im Bremer Ostertorviertel.

 

Der Bauernladen

Der Bauernladen [2] vertreibt seit 27 Jahren vorwiegend ökologisch hergestellte Lebensmittel aus der Region. Diese verkauft er quasi zum Einkaufspreis an seine 170 Mitglieder. Eine feste Ladengruppe von drei teilzeit-angestellten und ca. zehn ehrenamtlich tätigen Personen kümmert sich um den Betrieb des Ladens. Zu ihren Aufgaben gehören die Organisation der Ladendienste, Ein- und Verkauf, Preiskalkulation, Rechnungen und vieles mehr. Bei ihren monatlichen Ladentreffen wird auch über das Sortiment diskutiert und dabei wird der Regionalität und Saisonalität der Produkte besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Darüber hinaus organisieren einige der Mitglieder seit mehreren Jahren ein wöchentlich stattfindendes Bauern-Café, eine vierteljährliche Zeitung, den Bauernladen-Anzeiger „BLA“ [3], Exkursionen zu den Erzeugern und einen jährlich stattfindenden Tag der offenen Tür zu dem alle Nachbarn, Freunde und Familie eingeladen werden.

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Finanzierung

Um der Genossenschaft beizutreten, muss eine einmalige Einlage von € 50,00 gezahlt werden, die bei Austritt aus der Genossenschaft wieder erstattet wird. Mit diesem Kapital kann die Genossenschaft notwendige Investitionen tätigen. Die fixen Kosten des Bauernladens werden vor allem durch eine monatliche Warenvorauszahlung der 170 Bauernladen-Mitglieder sowie einem Kostenbeitrag der Erzeuger bezahlt. Pro Haushalt zahlen die Verbraucher 12 € (Single-Haushalt) bzw. € 24,00 (Mehrpersonen-Haushalt) monatlich. Die Beteiligung der Erzeuger richtet sich nach ihrem Umsatz im Bauernladen. Die Erzeugerwaren werden dann quasi zum Einkaufspreis über den Bauernladen an die Mitglieder angeboten und auch auf die Handelswaren kommt nur ein geringer Aufschlag für Schwund. Im Jahr 2000 hat die Genossenschaft außerdem das Haus, in dem sich der Bauernladen befindet  mit Krediten der Mitglieder erworben und eine Solaranlage auf dem Dach installiert, die für Kosteneinsparungen und weitere Einnahmen sorgt.

 

Ziele und Vision der Mitglieder

Vertrauen und Kommunikation spielen eine wichtige Rolle in der Genossenschaft. Die Erzeuger und Verbraucher kennen sich untereinander und achten das Engagement jedes Einzelnen für die gemeinsame Sache. Die Verbraucher wissen woher ihre Lebensmittel stammen und wer sie angebaut hat. Die Erzeuger wiederum wissen für wen sie ihre Lebensmittel herstellen. In der Genossenschaft geht es aber nicht nur um genossenschaftliches Miteinander, sondern auch darum, sich gemeinschaftlich für sozial-ökologische Prozesse einzubringen. Die seit Jahrzehnten bestehende enge Kooperation der Genossenschaft mit dem Verein SozialÖkologie e. V. und zahlreiche gemeinsame Projekte sind ein Ergebnis dieses Bestrebens.

 

Der Förderverein SozialÖkologie e. V.                  

Schwerpunkt des Vereins ist, das Bewusstsein der Bremer Verbraucher für die Probleme der regionalen Bio-Erzeuger und Verarbeiter sowie die Nachfrage nach regionalen Bio-Erzeugnissen zu stärken. Dafür organisiert der Verein seit vielen Jahren die Bremer Aktionstage Ökolandbau [4], führt Tagungen und Seminare durch und realisiert Projekte wie z. B. die Bio-Backstube für Kinder [5], das Ökodorf auf der Breminale [6], die Bio-Brotbox [7] und den Bremer Bio-Küchenkalender. Oftmals werden die Projekte in enger Kooperation mit der Bremer EVG entwickelt und durchgeführt. So hat z. B. der Verein und die Genossenschaft gemeinsam das Projekt Biostadt Bremen [8] angestoßen. Ziel ist es, mehr Bio-Produkte in öffentlichen Einrichtungen der Stadt Bremen anzubieten, um somit über die Nachfrage institutioneller Großverbraucher, einen Schub für die Öko-Landwirtschaft in der Region herbeizuführen.