Wie weit reicht die transformative Kraft der urbanen ...

Unter diesem Titel veröffentlicht die Fachzeitschrift "Soziologie und Nachhaltigkeit" (Ausgabe 02/2018) einen Artikel von Cordula Kropp und Sven ...
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Abschlussveranstaltung nascent (06.07.2018, Kassel)

Transformative Unternehmen und die Wende in der Ernährungswirtschaft Mit dem neuen Jahrtausend ging auch eine Belebung der ökologischen Bewegung ...
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nascent – Der Film

Hier ist er - der Film zum Projekt nascent, in dem anschaulich erklärt wird, worum es im Projekt geht und welche Themen bearbeitet werden. Zwei ...
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Der bauerngarten

Der bauerngarten

Der bauerngarten Berlin ist einer der Pioniere der Urban Gardening Bewegung. An drei Standorten am Stadtrand von Berlin wird nach dem Modell des partizipativen Gemüsebaus Ackerland in kleinen Gartenparzellen an Bürgerinnen und Bürger vermietet und nach nach den Richtlinien des Biolandbaus bewirtschaftet. Neben dem Gemüsebau steht durch die Mitarbeit am Ernteerfolg die Befähigung der Menschen im Mittelpunkt, sich nach ökologischen Kriterien nachhaltig selbst zu versorgen und so mehr Verantwortung für die eigene Ernährung zu übernehmen.

So wird gearbeitet

Nach der Saisoneröffnung Anfang Mai werden die vorbereiteten Parzellen an die bauerngarten-Mitglieder übergeben. Die Ackerstücke sind zu diesem Zeitpunkt komplett vorbereitet. Dies umfasst die Saatbettbereitung und die Aussaat und Pflanzung der verschiedenen Gemüsekulturen. Ganzjährig werden Zwischenfrüchte zur Bodenverbesserung ausgebracht. Großen Wert wird dabei auf traditionelle Elemente wie die geometrische Beetaufteilung und die Mischkultur von Blumen, Gemüse, Heil- und Küchenkräutern gelegt. Zudem übernimmt ein professioneller Landwirt die Bewässerung aller Flächen und stellt regelmäßig kostenloses Bio-Saatgut und Jungpflanzen zur Verfügung. Ein gemeinsames Kräuterbeet kann von allen bewirtschaftet und genutzt werden.

Bauerngarten 1 Feld

Ein kreisrundes Feld im bauerngarten

Je nach Bedarf können kleine (ca. 22qm) und große (ca. 45qm) Ernteparzellen für 235 Euro oder 395 Euro pro Saison gemietet werden. Die Mitglieder übernehmen die Pflege der Gemüsepflanzen und der Gemeinschaftsflächen und können bei Bedarf auf ihren Parzellen nachpflanzen. Ein bis drei Stunden Zeitaufwand sollten pro Woche für Hacken, Unkraut Jäten und Pflanzen eingeplant werden. Um den Bio-Standard in den Gärten aufrecht zu erhalten muss auch selbst mitgebrachtes Saat- und Pflanzgut über eine Ökokontrollnummer verfügen. Eine Besonderheit ist die kreisförmige Gestaltung aller Beete. So wird der Charakter des Gartens als Begegnungsstätte für Menschen und als ein Ort der Ruhe versinnbildlicht. Bis zum Erntefest im Spätsommer steht das bauerngarten-Team den Mitgliedern mit Beratung zur Seite. Ende Oktober endet das Erntejahr im Bauerngarten.

Neben dem Gärtnern werden die Mitglieder in planerische und bildungspolitische Tätigkeiten einbezogen. In regelmäßigen Kursen gibt das bauerngarten-Team Wissen zum ökologischen Anbau weiter. Im Online-Forum können die Mitglieder Erfahrungen und Rezepte austauschen und Vertretungen zur Ackerpflege organisieren.

Idee und Vision der Gründer

Die Initiatoren des bauerngartens sind Max von Grafenstein und Benjamin Bauer. Sie haben die Initiative im Anschluss an ihr Studium der Ökologischen Agrarwissenschaften aufgebaut. Mit dem gemeinschaftsgetragenen Konzept wollen sie ein zukunftsträchtiges Versorgungsmodell zwischen extensiver, kleinbäuerlicher Subsistenzwirtschaft und intensiver, erwerbsorientierter Landwirtschaft auf den Weg bringen. So sollen die regionalen Versorgungsstrukturen gestärkt und gleichzeitig das historische Wissen um Lebensmittelerzeugung erhalten und verbreitet werden. Inzwischen besteht das bauerngarten-Team aus vier festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und 15 freiwilligen Helferinnen und Helfern, die sich um die Äcker für die rund 600 Mitglieder kümmern.

bauerngarten 2 Gemeinschaft

Die Gemeinschaft im bauerngarten

Mit der direkten Befähigung der Menschen zum ökologischen Gemüseanbau mit dem Ziel, das eigene Handeln und seine Konsequenzen zu reflektieren, soll ein Beitrag zur Ernährungssouveränität geleistet werden. Zudem wird durch das Miterleben einer gesamten Gartensaison zur Reflexion der eigenen Leitbilder und einer Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsumverhalten angeregt. So wird mit dem Konzept die Möglichkeit geboten, zu erfahren, dass das eigene Handeln Konsequenzen für einen selbst sowie für das belebte und unbelebte Umfeld hat. Mit diesen Ansätzen wurde der bauerngarten im Jahr 2014 als offizielles Projekt der Weltdekade „Nachhaltigkeit Lernen“ von der Deutschen UNESCO-Kommission ausgezeichnet.

www.bauerngarten.net



Stand: 08.08.2016 Druckversion
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