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FC Schinke 09

FC Schinke09

Die FoodCoop FC Schinke09 ist eine Lebensmittelkooperative in Berlin Kreuzberg, welche ausschließlich ökologische Lebensmittel direkt bei Produzent*innen, kleineren politisch engagierten Vertriebsstellen und im Großhandel in großen Mengen bestellt und an ihre Mitglieder verteilt. Bei 20 Lieferant*innen können die Mitglieder aus ungefähr 10.000 Artikeln auswählen.

So wird gearbeitet

Etwa 40 Bestellgruppen mit insgesamt 160 Mitgliedern beziehen ihre Lebensmittel und verschiedene Verbrauchsgüter über die FoodCoop (FC). Die Größe der einzelnen Gruppen variiert. Oft sind es große Wohngemeinschaften, die bei der FC bestellen, genauso beteiligen sich aber auch kleinere Haushalte und Einzelpersonen. Ungefähr 70 Mitglieder sind aktiv in Arbeitsgruppen beteiligt. Festangestellte Mitarbeiter*innen gibt es nicht. Die Lebensmittel kommen unter anderem von einer Gärtnerei, einem Bio-Großhändler, einer Bio-Bäckerei oder einer Händlerin für fair gehandelte Bananen. Vor allen Dingen soll bei kleinen Erzeugern und Kooperativen bestellt werden, um die Produkte regional-bio und solidarisch-ökologisch zu beziehen. Durch den Zusammenschluss als FoodCoop und der damit verbundenen Eigenleistung können die meisten Bioprodukte günstiger eingekauft werden.
Neben den ökologischen Lebensmitteln steht der kooperative Charakter der FC im Vordergrund und baut auf der Zusammenarbeit aller Mitglieder auf. Die Mitglieder sind in verschiedenen Arbeitsgruppen organisiert, welche jeweils ein fest definiertes Aufgabensystem abdecken. Beispielsweise pflegt die Palettengruppe die Produktdatenbank und die Bestellgruppe gibt die Bestellungen der von den Mitgliedern ausgewählten Artikel auf. Die „Kellerkinder“ verwalten das Lager, nachdem die Ware von der Annahmegruppe entgegen genommen wurde. Damit die Lebensmittel die Bestellgruppen erreichen, werden sie von der Sortiergruppe abholfertig in Kisten gepackt. Abgerechnet werden die Bestellungen über die Finanzgruppe, sodass die Gesamtrechnung entsprechend der einzelnen Bestellungen aufgeteilt wird. Einmal im Monat treffen sich die Mitglieder im Plenum und treffen Entscheidungen im Konsens, welche über die Alltagsorganisation hinausgehen.
Damit die Arbeitsstunden unter den Mitgliedern der FoodCoop gerecht verteilt sind, hilft ein virtuelles Äpfel- und Birnen-System bei der Selbsteinschätzung, um festzustellen, ob für die Bestellmenge ausreichend Arbeit entgegen gebracht wurde, damit die FC weiter funktionieren kann. Als Beispiel: Hat eine Gruppe 70 Äpfel auf ihrem Konto, erledigt sie 30 Prozent (100 – 70) weniger Jobs als der Durchschnitt der FoodCoop. Das System soll kein bürokratisches Verrechnungssystem darstellen und wird eher locker verwaltet. Es werden Ausnahmen gestattet und generell stehen Vertrauern und Solidarität im Vordergrund.
Die Bestellungen der FoodCoop werden über die eigenständig entwickelte und frei zur Verfügung gestellte Software FoodSoft abgewickelt. Hier können nicht nur Bestellungen aufgegeben werden, sondern zudem Aufgaben der Mitglieder und Vorratsbestände im Keller verwaltet werden. Dadurch wird die bedarfsgerechte Bestellung für alle Mitglieder ermöglicht und vereinfacht.

Idee und Vision der Gründer

Im Jahr 2004 wurde die FC Schinke 09 von sieben Studierenden, die in verschiedenen politischen Zusammenhängen wie der Aktionsgruppe Konsum- und Konzernkritik aktiv waren, gegründet. Ihr Ziel war es, der zunehmenden Industrialisierung entgegenzutreten und sich gegen die Globalisierung der Landwirtschaft mit ihren negativen Folgen für die Gesundheit und die Umwelt zu wehren. Zudem dient das Konzept der FoodCoop dazu, die Auseinandersetzung mit der Nahrungsbeschaffung wiederzubeleben. So sollen die Fremdbestimmung und die Kommerzialisierung des Lebens bekämpft werden. Mit der basisdemokratischen Struktur gelten die gleichen Rechte für alle Mitglieder. Durch die aktive Zusammenarbeit und Selbstorganisation der Mitglieder wird das Gefühl der Eigenverantwortlichkeit gestärkt, um ein zukunftsorientiertes Leben zu unterstützen.

 

www.fcschinke09.de



Stand: 12.03.2017 Druckversion
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