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Die transdisziplinäre Forschungsstrategie
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Wiedersehen, reflektieren und vorwärtsgehen

Der zweite Workshop mit den Praxis- und Transferpartnern des Projektes nascent hat am 04. und 05. Juli 2016 im Anthroposophischen Zentrum in Kassel ...
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Projekt

Das etablierte Ernährungssystem befindet sich in der Krise. Neue Wirtschaftsformen und -initiativen stellen einen interessanten Ansatzpunkt für eine solche Transformation des konventionellen Ernährungssystems dar

Das verdeutlichen nicht nur diverse Lebensmittelskandale, sondern auch Umweltverschmutzung, Klimawandel Überdüngung oder Versorgungsprobleme auf dem Land. Ein Wandel zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise ist daher auch im Ernährungsbereich notwendig.  Neue Wirtschaftsformen und -initiativen, bei denen soziale und Umweltbelange stärker im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen, stellen einen interessanten Ansatzpunkt für eine solche Transformation des konventionellen Ernährungssystems dar.

Im Forschungsprojekt „nascent – Neue Chancen für eine nachhaltige Ernährungswirtschaft durch transformative Wirtschaftsformen“ werden der Beitrag und das Potenzial solcher Initiativen untersucht.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das von der Universität Oldenburg (Prof. Dr. Reinhard Pfriem) geleitete Projekt für drei Jahre. Das Forschungsprojekt wird in Kooperation mit dem Lehrstuhl Produktion und Umwelt (apl. Prof. Dr. Niko Paech), der Universität Stuttgart (Prof. Dr. Cordula Kropp) und der Stiftungsgemeinschaft anstiftung und ertomis (Dr. Christa Müller) durchgeführt und durch zahlreiche Praxis-, Transfer- und BeratungspartnerInnen unterstützt.

Neue Wirtschaftsformen und -initiativen, wie beispielsweise Urban Gardening Projekte, Solidarische Landwirtschaft oder Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaften, sind geprägt von einem neuen Verständnis des Zusammenwirkens von Konsumenten und Produzenten. Bei ihnen steht nicht mehr nur die Fremdversorgung der Verbraucher im Vordergrund, sondern stärker die Zusammenarbeit und Befähigung zu nachhaltigen Praktiken. Bei Urban Gardening Projekten handelt es sich um freiwilligen und gemeinschaftlichen Gartenbau auf städtischen Flächen, bei der Solidarischen Landwirtschaft (auch CSA = community-supported agriculture) kooperieren Gruppen von Verbrauchern auf lokaler Ebene mit einem Vertragslandwirt. Die Verbraucher geben für einen bestimmten Zeitraum eine Abnahmegarantie der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und nehmen im Gegenzug auf unterschiedliche Weise an der Produktion teil. Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaften organisieren den Zusammenschluss von Verbrauchern zum gemeinsamen Einkauf größerer Lebensmittelmengen direkt vom Erzeuger. Es geht somit um die Ermöglichung eines transparenteren und selbstbestimmteren Konsums.

Nascent untersucht die Potenziale zur Transformation des etablierten Ernährungssystems, die von diesen Initiativen ausgehen. Dafür werden Initiativen in fünf Regionen Deutschlands untersucht: Oldenburg und Umland, Berlin und Umland, Leipzig und Dresden, München und Umland und Freiburg im Breisgau und Umland. Außerdem wird durch die Kooperation mit Partnern im Ausland auch die Entwicklung in anderen Staaten betrachtet. Das Projektteam möchte eine Typologie der Initiativen erarbeiten, ihre unterschiedlichen Motivationen und Interessen herauskristallisieren. Anhand dieser Ergebnisse wollen die WissenschaftlerInnen Diffusionspotenziale aufzeigen und zielgruppenspezifische Informationsangebote bereitstellen, um eine nachhaltige Entwicklung des Ernährungssystems unterstützend voranzutreiben.

Projektkonzeption

nascent ProjektkonzeptionDas empirisch zu erforschende Feld wird auf drei Ebenen transformativer Formen der Ernährungswirtschaft (Mikrobiotope, lokale Gemeinschaften, regionale Ökosysteme) in Zusammenarbeit mit 26 Praxispartnern transdisziplinär untersucht. Zudem wird ein wissenschaftlicher und praxisbezogener Transfer der Erkenntnisse durch zahlreiche und vielfältige Forschungs- und Transferpartner gewährleistet.

Projektstruktur und Teilprojekte

nascent Projektstruktur

Vier Arbeitspakete (AP)

  1. Unternehmens- und organisationstheoretischer Zugang
  2. Produktions- und konsumtheoretischer Zugang
  3. Soziologischer und transformationstheoretischer Zugang
  4. Transdisziplinärer Zugang: Wissen(schaft)s-Praxis-Transfer

Methodisches Vorgehen



Stand: 15.12.2016 Druckversion
BMBF SOEF