Publikationen

Wie kann die Solidarische Landwirtschaft (Solawi) zum Wandel des Agrar- und Ernährungssektors in Richtung Nachhaltigkeit und Resilienz beitragen?

 

Die vorliegende Broschüre führt in das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft ein und gibt einen Überblick über die Kompetenzen und Unterstützungsmöglichkeiten von (potentiellen) Systemdienstleistern (SDL).

Die Broschüre ist in Kooperation des Netzwerks Solidarische Landwirtschaft e. V., der Universität Siegen und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung – UFZ im Rahmen des BMBF geförderten Projektes nascent-SolaRegio entstanden.

Können alternative Projekte wie Marktgärten oder Solidarische Landwirtschaft Treiber für die Transformation des Agrar- und Ernährungssystems sein?

Die Ausgabe 4/2023 der Zeitschrift Ökologie & Landbau des oekom Verlags enthält einen Beitrag von Susanne Salzgeber und Marius Rommel mit dem Titel: „Solawis und Ernährungssouveränität. Ein Beitrag zur Transformation“.

Die Zeitschrift Ökologie & Landbau ist das Vordenkermedium für eine ökologische Agrar- und Ernährungskultur. Sie regt zur Diskussion und Meinungsbildung an, fördert die Weiterentwicklung des ökologischen Landbaus und vernetzt Wissenschaft, Praxis und Entscheidungsträger*innen. Ein unverzichtbarer Wegweiser für alle, die beruflich mit Landwirtschaft zu tun haben.

Wie kann die Solidarische Landwirtschaft (Solawi) zum Wandel des Agrar- und Ernährungssektors in Richtung Nachhaltigkeit und Resilienz beitragen?

Das Ziel des Projektes bestand darin, erstens deren Stabilisierung, zweitens deren Diffusion, drittens deren Weiterentwicklung zu transformativen Wertschöpfungsräumen sowie viertens die Umstellung tradierter Betriebe zu analysieren und zu befördern. Dies erfolgte auf regionalökonomischer Ebene aus einer Innen- und Außenperspektive. Das Vorhaben folgte einem transdisziplinären Forschungsansatz.

Der Schlussbericht des Forschungsvorhabens „Nascent 2.0: Beiträge Solidarischer Landwirtschaftsbetriebe zur Entwicklung transformativer Wertschöpfungsräume“ steht jetzt zum Download bereit.

Das Verbundprojekt der Universität Oldenburg, der Universität Siegen und dem Netzwerk Solidarische Landwirtschaft  wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in der Fördermaßnahme „Nachhaltiges Wirtschaften“ im Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ (FONA3) gefördert und vom DLR als Projektträger betreut. 

Solawis erfolgreich gründen & gestalten

Das „Handbuch Solidarische Landwirtschaft“ soll Meilenstein und Auftakt zugleich sein. Entstanden ist es im Rahmen der erfolgreichen Zusammenarbeit des Netzwerks Solidarische Landwirtschaft mit den Universitäten Siegen und Oldenburg innerhalb des Forschungsprojekts nascent.

Das Handbuch stellt in erster Linie eine fundierte Wissensbasis für Beratende dar, bietet jedoch auch all jenen Inspiration, die eine Solawi gründen möchten, ihre bestehende stabilisieren oder durch Kooperationen weiterentwickeln wollen. Für die politische Arbeit werden Probleme und Lösungsvorschläge beleuchtet, die als Diskussionsgrundlage vor Ort dienen können.

Das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft e.V., die Universität Oldenburg und die Universität Siegen veröffentlichen gemeinsam das Handbuch Solidarische Landwirtschaft. Solawis erfolgreich gründen & gestalten. Das Handbuch ist hier als Download verfügbar.

Regional Cooperation in Community Supported Agriculture as a Driver of Resilient Local Food Systems

Alternative food networks (AFNs), and Community Supported Agriculture (CSA) in particular, are an example of sustainable farming practices. This paper focuses on regional cooperation and its consequences for food security by evaluating data from German field studies. Currently, the market share of CSA in Germany is marginal in absolute terms. However, there is great potential for increase as there is at least one CSA farm in almost every German region. The objective of this study is to assess the potential of CSA diffusion through regional cooperation and its impacts on the food sovereignty of a region. After elucidating the importance of food sovereignty as an indicator of food security and introducing the concept of CSA, we present an analytical framework for regional cooperation in CSA. Here we analyse (1) “Who cooperates?”, (2) “Why does cooperation occur?” and (3) “How does cooperation take place?”. Our special focus is on the phenomenon of community supported cooperation (CSC) as the most collaborative form of cooperation found within the CSA environment. Adopting a transdisciplinary approach, we consider the impacts of CSC on food production as well as on the overall resilience of a region using both theoretical tools and empirical sources. Finally, the differences and similarities as well as the replicability of regional cooperation in Germany are viewed in a global context by linking it to the numerous CSA projects worldwide.

Schlagwörter:

Community Supported Agriculture (CSA); Regional cooperation; Organizational fields; Entrepreneurial ecosystems; Inter-organizational relations; Food sovereignty; Agricultural service providers (ASPs); Alternative food networks (AFNs); Local food systems (LFSs); Community supported cooperation (CSC)

Unter dem Titel „Cooperate to Transform? Regional Cooperation in Community Supported Agriculture as a Driver of Resilient Local Food Systems“ veröffentlichen Marius Rommel, Dirk Posse, Moritz Wittkamp, and Niko Paech einen Artikel, der hier als Download verfügbar ist.

Ein transdisziplinäres Setting zur Förderung organisationaler Stabilität.

Auf eine vielversprechende Entwicklung im Agrar- und Ernährungssystem weist die stetig wachsende Zahl Solidarischer Landwirtschaftsbetriebe (SoLawi) weltweit. Diese verkörpern entgegen zunehmender Konzentrationsprozesse in der Landwirtschaft ein dezentrales, kleinräumiges und bedarfsgerechtes Wirtschaftsprinzip kleiner Einheiten, das sich der Problematik des Klimawandels und der planetaren Grenzen stellt. Jenseits anonymer Fremdversorgung und transnationaler Wertschöpfungsarchitekturen eröffnen SoLawis die Perspektive lokaler Ernährungsversorgung und weisen darüber hinaus auf die Möglichkeiten eines regionalen, nachhaltigen Wertschöpfungsraumes. Ihr Prinzip basiert auf einer transformativen Unter-nehmensform mit direkter Erzeuger*innen- und Verbraucher*innen-Kooperation als unmittelbarer, gemeinschaftsgetragener und marktferner Austauschbeziehung. Vor dem Hintergrund der transformativen Potenziale Solidarischer Landwirtschaftsbetriebe liegt dem Beitrag die Problematik ihrer betrieblichen Stabilität als einer Balance zwischen transformativen Zielen, sozialer Kohäsion und Wirtschaftlichkeit zugrunde. Die vorliegende Untersuchung konzentriert sich auf die Möglichkeiten der transdisziplinären empirischen Methode der Stable Schools (StS), um selbstorganisierte Lern- und Beratungsprozesse der SoLawi-Akteur*innen zu initiieren und zu unterstützen. StS gehen auf das Konzept der Farmer Field Schools (FFS) zur Selbstermächtigung von Bäuer*innen im globalen Süden zurück und werden im globalen Norden vor allem im Zusammenhang des Tierwohls erprobt. In einem modellhaften Setting von sieben StS-Workshops zu je maximal fünf SoLawis konnten gemeinsam themenbezogene Probleme erfasst, priorisiert und Lösungsansätze entwickelt werden. Ziel des Beitrags ist es, die Möglichkeiten und Grenzen dieses transdisziplinären Formats aufzuzeigen, um im Sinne der transformativen Wirtschaftswissenschaft eine Institutionalisierung der SoLawi-StS in der Praxis zu erreichen.

Schlagwörter: Solidarische Landwirtschaft; Community Supported Agriculture (CSA); Alternative Food Network (AFN); Stable School; transdisziplinäre Forschung

Unter dem Titel „Stable Schools in der Solidarischen Landwirtschaft. Ein transdisziplinäres Setting zur Förderung organisationaler Stabilität“ veröffentlichen Antoni-Komar, Irene; Rommel, Marius; Posse, Dirk; Wittkamp, Moritz; Paech, Niko einen Artikel, der hier als Download verfügbar ist.

Um den sozial-ökologischen Herausforderungen zu begegnen, ist die konsequente Wiedereinbettung ökonomischer Strukturen in soziale Kontexte notwendig. Sogenannte CSX-Unternehmensmodelle bergen das Potenzial, Versorgungssysteme gemeinschaftsgetragen zu inspirieren und zu gestalten.

Schlagwörter: Mikroökonomie & Märkte, Ressourcen, Umwelt & Klima, Soziale Bewegungen & Transformation

Unter dem Titel „Gemeinschaftsgetragen Wirtschaften“ veröffentlichen Marius Rommel und Florain Koch einen Artikel, der hier als Download verfügbar ist.

Vom Unternehmensmodell Solidarische Landwirtschaft
zu einer gemeinschaftsgetragenen Versorgungsökonomie

Die Bewegung der Solidarischen Landwirtschaft (Community Supported Agriculture – CSA) wächst dynamisch, inzwischen breitet sich die Idee der geteilten Verantwortung auch auf weitere Produkte wie Brot und Bier aus. Neue solidarische Handelsbeziehungen zum globalen Süden bauen
sich ebenfalls auf. Doch nicht nur in der Landwirtschaft verbreitet sich das gemeinschaftsgetragene Unternehmensmodell: CSA inspiriert immer mehr Unternehmen anderer Versorgungsfelder, von Gastronomie über klassische Handwerksbetriebe bis hin zu Yoga-Studios. Aus CSA wird CSX. 

Unter dem Titel „Wirtschaften ohne Marktpreise – Vom Unternehmensmodell Solidarischer Landwirtschaft zu einer gemeinschaftsgetragenen Versorgungsökonomie“ veröffentlicht der Kritische Agrarbericht 2021 einen Artikel von Marius Rommel und Mona Knorr, der hier als Download verfügbar ist.

Supply chains, transaction costs and social diffusion

Local food enterprises have mainly emerged from social and environmental movements. These enterprises try to maintain and develop values contrary to standard business practices. They promote certain principles of transformation, such as less hierarchical structures, the minimization of capital requirements and decreased profit orientation. They focus on small-scale units requiring multi-skilled labor and greater customer participation which is related to new forms of social interaction, changing cost structures, stability impacts, growth limitation and new diffusion strategies. If traditional hierarchical structures are replaced by more democratic decision-making processes, then a greater effort will be required to clarify responsibilities and competencies, control processes, resolve conflicts and maintain the motivation of all those involved. Our research shows that, depending on the type, transformative enterprises have specific upper size limits, which, if exceeded, make social stabilization difficult. The diffusion process compatible with this follows the principle of a decentralized and autonomous multiplication of the organizational model rather than the concept of traditional entrepreneurial growth. In our contribution, we discuss the opportunities and challenges facing transformative enterprises in terms of cost effects and social diffusion based on supply chain analyses.

Unter dem Titel „Cost effects of local food enterprises – Supply chains, transaction costs and social diffusion“ veröffentlichen Niko Paech, Carsten Sperling und Marius Rommel einen Artikel in Food System Transformations. Der hier als Download verfügbar ist.

Solawi als Chance für kleine Betriebe

Solidarische Landwirtschaft ist mehr als eine Unternehmensform. Sie ist das Modell eines Wirtschaftens jenseits von Markt- und Preisdruck. Sie schafft eine Bindung zwischen Konsument und Produzent, in der beide Seiten gemeinsam Verantwortung für die Lebensmittelversorgung tragen.

Unter dem Titel „Raus aus der Wachstumsspirale – Solawi als Chance für kleine Betriebe“ veröffentlicht Marius Rommel einen Artikel, der hier als Download verfügbar ist.

Resilienz durch gemeinschaftsgetragene Versorgungsstrukturen am Beispiel Solidarischer Landwirtschaftsbetriebe

Am Beispiel der Solidarischen Landwirtschaft (SoLawi) skizziert die Untersuchung ein dezentrales, kleinräumiges und bedarfsgerechtes Wirtschaftsprinzip der kleinen Einheiten. Eigenschaften einer gemeinschaftsgetragenen und maßvollen Ernährungsversorgung wer- den analysiert, um die Perspektive eines resilienten regionalen Wertschöpfungsraumes jenseits anonymer Fremdversorgung und komplexer Wertschöpfungsarchitekturen aufzu- zeigen.

Schlüsselwörter: Solidarische Landwirtschaft, Resilienz, gemeinschaftsgetragene Ökonomie, transformatives Lernen, maßvolles Wirtschaften

Unter dem Titel „Das Wirtschaftsprinzip der kleinen Einheiten – Resilienz durch gemeinschaftsgetragene Versorgungsstrukturen am Beispiel Solidarischer Landwirtschaftsbetriebe“ veröffentlicht die Fachzeitschrift „HiBiFo – Haushalt in der Bildung & Forschung“ (Ausgabe 04/2020) einen Artikel von Niko Paech, Marius Rommel, Irene Antoni-Komar und Dirk Posse, der hier als Download verfügbar ist.

„Neue Chancen für eine nachhaltige Ernährungswirtschaft durch transformative Wirtschaftsformen“: über drei Jahre haben die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, die Universität Stuttgart und die anstiftung in München im Forschungsprojekt nascent die Vielfalt transformativer Ernährungsunternehmen und Initiativen mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) untersucht.

Dabei ging es zunächst um die Motive, Organisationsformen, Arbeitsbedingungen und Vernetzungsprozesse der Unternehmen und Initiativen. Diese Wirtschaftsformen (wie Mietäcker, Solidarische Landwirtschaften, Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaften, Regionalmarken) zielen darauf, nachhaltige, regionale und souveräne Versorgungssysteme zu etablieren. In der transdisziplinären Zusammenarbeit mit den 27 Praxis- und 11 Transferpartnern standen dafür die besonderen Ansprüche, Kompetenzen und Merkmale der Transformationspioniere im Mittelpunkt der Analyse durch das nascent-Projektteam. Die zentrale Forschungsfrage richtete sich auf die Potenziale der alternativen Wirtschaftsweisen für die Verdrängung nicht-nachhaltiger Formen der Ernährungswirtschaft und die Neuerfindung eines zukunftsfähigen Ernährungssystems, einschließlich der dabei hemmenden Faktoren. Über den Bereich der Ernährungswirtschaft hinaus liefert das Buch Erkenntnisse, welch wichtige Rolle transformative Unternehmen für eine Kehre zu nachhaltiger Entwicklung einnehmen können.

492 Seiten • 28,00 EUR • ISBN 978-3-7316-1347-3

Weitere Informationen finden Sie hier.

Irene Antoni-Komar, Cordula Kropp, Niko Paech und Reinhard Pfriem (Hg.): Transformative Unternehmen und die Wende in der Ernährungswirtschaft. Marburg: Metropolis.

Darin werden die Motive und Zielsetzungen der Gründerfiguren sowie der Beteiligten transformativer Ernährungsinitiativen und -unternehmen erkundet. Der Beitrag analysiert zudem, inwiefern die Projekte „ko-evolutionär“ innovative Praktiken der urbanen Lebensmittelversorgung, partizipative Organisationsformen sowie an Nachhaltigkeit orientierte Leitbilder, Bewertungsschemata und Kompetenzen entwickeln und diese über die Nischen der Ernährungsprojekte hinaus verbreiten.

Im Ergebnis zeigt sich, dass die urbane Ernährungsbewegung intern produktive Spannungen für eine sozial und ökologisch gerechte Organisationsentwicklung und extern innovationsförderliche Brüche zu den bestehenden Versorgungsverständnissen verursacht. Damit bahnen die Akteure Pfade für ein post-industrielles Ernährungshandeln, auch wenn die Durchdringung des Lebensmittelsystems im Vergleich zum konven-
tionellen Lebensmittelhandel begrenzt ist.

Unter diesem Titel veröffentlicht die Fachzeitschrift „Soziologie und Nachhaltigkeit“ (Ausgabe 02/2018) einen Artikel von Cordula Kropp und Sven Stinner, der hier als Download verfügbar ist.

Die Biobranche in Deutschland blickt zurück auf Jahre des Marktwachstums. Wie sie dabei Gefahr läuft, den Mechanismen konventioneller Wirtschaftsweisen zu unterliegen, beleuchtet Dr. Alexander Beck in der aktuellen Ausgabe des Kritischen Agrarberichtes 2018

Dr. Alexander Beck arbeitet als geschäftsführender Vorstand der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AÖL) e.V., welche Transferpartner im nascent-Projekt ist.

Bei der (wachstumskritischen) Frage, wie zukunftsfähige Bio-Wirtschaftsweisen aussehen könnten, findet das Forschungsprojekt nascent Erwähnung.

Den aktuellen Artikel von Christa Müller und Cordula Kropp in der Zeitschrift für Wirtschaftsgeographie finden Sie hier.

Über das Forschungsprojekt „nascent – Neue Chancen für eine nachhaltige Ernährungswirtschaft durch transformative Wirtschaftsformen“ berichtet Gesa Maschkowski auf der Seite des Bundeszentrums für Ernährung. Dabei geht sie auf deren Potenziale für eine nachhaltige Landwirtschaft als auch die Schwierigkeiten ein, denen die Initiativen gegenüber stehen.

Gesa Maschkowski berichtet über nascent auf der Seite des Bundeszentrums für Ernährung.
Hier geht es zum Artikel.

Gesa Maschkowski schreibt über die GAS (ital. Abkürzung für „Gruppi di Acquisto Solidale“ – Gruppe des solidarischen Einkaufens), über die auf der internationalen Konferenz NASCENT in Stuttgart berichtet wurde.

Gesa Maschkowski ist Mitarbeiterin der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).

Unter diesem Link geht es zum Artikel über die italienischen Einkaufsgemeinschaften, die ihre Lebensmittel ohne Zwischenhändler direkt vom Erzeuger beziehen.

Interkulturelle Gärten als Orte der Selbstversorgung, aber auch auch als Orte der Begegnung, Verständigung und Integration, die das Zusammenleben und das Engagement in der Nachbarschaft umkrempeln – im positiven Sinne. Darüber schreibt Christa Müller in der englischen Publikation „Intercultural Gardens. Urban Places for Subsistence Production and Diversity“.

In Zeiten der immer ungenierteren Vermarktung öffentlichen Raums ist der An­spruch, eben dort Kartoffeln zu pflanzen – und zwar ohne Eintrittskarte – gera­dezu revolutionär.
– Sabine Rohlf, Berliner Zeitung, 05.04.2011

Genau darüber, über die Bewirtschaftung einer Allmende und deren Potenziale für die Umgestaltung unserer Industriegesellschaft, schreibt Christa Müller in ihrem Beitrag „Reiche Ernte in Gemeinschaftsgärten. Beim Urban Gardening findet der Homo oeconomicus sein Korrektiv“ in dem Buch „Commons. Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat“, welches nun auch auf Englisch erschienen ist.

Die englische Version des Beitrags finden Sie hier.

Die deutsche Version des Beitrags finden Sie hier.

David Bollier, Silke Helfrich (Hg.): The Wealth of the Commons. A world beyond market & state

Über die Bewirtschaftung einer Allmende und deren Potenziale für die Umgestaltung unserer Industriegesellschaft, schreibt Christa Müller in ihrem Beitrag. Die englische Version finden Sie hier.

Die Natur ist der einzige Ort,
der uns zu nichts zwingt.
– Henry David Thoreau

Gärtnern als revolutionäre Tat? Das Bayerische Fernsehen berichtet über die Bewegung des urbanen Gärtnerns, die modernen Schrebergärten und den Anbau eigenen Gemüses. Dazu gibt Christa Müller ihre Einschätzung, wie sich diese Bewegungen nicht nur auf das Verhältnis zu unseren Lebensmitteln und deren Produktion auswirken, sondern auch wie sie als politische Aktionen das gemeinschaftliche Zusammenleben in der Stadt fördern.

Hier geht’s zum Bericht in der BR Mediathek.

Hier geht’s zum Bericht auf YouTube.

Weitere interessante Links zum Beitrag:

Südgarten im Münchner Schlachthofviertel

Blanka Stolz (Hg.) – Die Philosopie des Gärtnerns

Caroline Lahusen, Sylvia Doria – Lust auf LaubeDie neue Schrebergarten-Kultur

Das Bayerische Fernsehen berichtet über die Bewegung des urbanen Gärtnerns, die modernen Schrebergärten und den Anbau eigenen Gemüses. Hier geht’s zum Bericht auf YouTube.

Zum Inhalt:

Weltweit entstehen immer mehr Initiativen des Selbermachens, in denen eine Vielfalt von Anliegen und Problemen kollektiv bearbeitet werden. In diesen – jenseits von Markt und Staat angesiedelten – kollaborativen Zusammenhängen wird ein basisdemokratisch orientiertes Verständnis von Zusammenleben und Urbanität erprobt und zugleich nach ökologisch und sozial sinnvollen Lösungen für grundlegende Formen der Versorgung mit Nahrungsmitteln, Energie sowie für alle zugängliche Technik gesucht. Dabei entstehen faszinierende neue Formen des gemeinsamen Produzierens, Reparierens und Tauschens von Dingen, die die industrielle Logik des 20. Jahrhunderts herausfordern und sogar auf den Kopf stellen. Das Buch widmet sich der visionären Kraft dieser vielversprechenden innovativen Praxis und bietet zugleich eine gesellschaftliche Einordnung der neuen »Labore« gesellschaftlicher Transformation.

Andrea Baier, Tom Hansing, Christa Müller, Karin Werner (Hg.) (2016): Die Welt reparieren. Open Source und Selbermachen als postkapitalistische Praxis, Bielefeld: transcript

2016 haben Christa Müller und Andrea Baier (mit Tom Hansing und Karin Werner) das Buch im Bielefelder transcript Verlag veröffentlicht.

Geschichte, Struktur und Entwicklungschancen gemeinschaftsorientierten Wirtschaftens in der Ernährungswirtschaft am Beispiel der Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaften

Der Rückblick auf die Geschichte der Konsumgenossenschaften zeigt, dass nach dem Prinzip der produktiven Plünderung die verschiedenen historischen und aktuellen Ansätze für erfolgreiches gemeinschaftliches Wirtschaften viel mehr voneinander lernen können, als dies bisher geschieht. Das gilt besonders für die Weiterverfolgung und Umsetzung der Prosumentenidee. Indem Menschen Produktion und Konsumtion durch kollektives Handeln miteinander verbinden und aufeinander abstimmen, ergeben sich vielfältige Perspektiven für eine stärkere Souveränität bei der Erzeugung und Nutzung von Lebensmitteln.

Die Rückabwicklung der Enteignungsprozesse durch die Globalisierung kann so erfolgreich auf den Weg gebracht werden, indem die Versorgung nicht mehr vorwiegend fremdbestimmt erfolgt, sondern verstärkt durch gemeinschaftliche Selbstversorgung vonstattengeht. Auch wenn mit der Konzentration auf die Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaften und die Prosumentenkooperation nur ein ausschnitthafter Blick auf die Potenziale genossenschaftlichen Handelns geworfen wird, macht das Buch Mut, dem genossenschaftlichen Wirtschaften wieder mehr Raum bei der Gestaltung unserer Lebensverhältnisse einzuräumen.

Burghard Flieger: Prosumentenkooperation. Geschichte, Struktur und Entwicklungschancen gemeinschaftsorientierten Wirtschaftens in der Ernährungswirtschaft am Beispiel der Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaften, Theorie der Unternehmung Bd. 63, Marburg 2016 (Metropolis-Verlag), 26,80 Euro, 232 Seiten.

Burghard Flieger stellt Foodcoops, Solidarische Landwirtschaft, Mitgliederläden und vor allem Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaften einander in ihren Ausprägungen und Besonderheiten gegenüber und veranschaulicht auf diese Weise die Vielfalt innovativer genossenschaftlicher Ansätze.

Urbanes Gärtnern und Selbstversorgung als ein Mittel zur Überwindung des Gefühls der Machtlosigkeit und zum Empowerment.

Ein aktueller Beitrag von Christa Müller über Black Urban Farmers in den USA. Erschienen in der Frankfurter Rundschau als Kolumne am 29.08.2016.

Auszug: Die aus meiner Sicht größte zu überwindende Illusion ist die dualistische Trennung von Natur und Kultur. In den letzten fünf Jahrhunderten hat sie die Kolonisierung von Natur und von menschlichen Gemeinschaften (die zu Zwecken ihrer Ausbeutung zu Natur erklärt wurden) gerechtfertigt. Heute können wir Natur als ein komplexes System von Interaktionen erkennen, wie es zum Beispiel Bruno Latour mit seinem Konzept von Nat/Cult (Nature/Culture) vorschlägt; mit diesem versucht der französische Soziologe sowohl die kulturelle Bedingtheit der Natur als auch die Natureingebundenheit von Menschen begrifflich zu fassen (vgl. Latour 2014). Schon in den 1990er Jahren entwarf Latour eine gesellschaftliche Perspektive, die die fragilen, vielfältigen Netzwerke in einem lebendigen Kosmos von menschlichen und nicht menschlichen Wesen in den soziologischen Blick rückt.

Die urbane Praxis des gemeinschaftlichen Gärtnerns kann man im Lichte dieser Vision deuten: Visuell irritiert sie die Trennung von Stadt und Land, und es entsteht eine ökologische Sensibilität, die sowohl im Verhältnis zu den Dingen als auch im Verhältnis zu Pflanzen und Tieren ihren Ausdruck findet. Ich möchte das kurz veranschaulichen am Beispiel des 2014 erschienenen Handbuchs zum Lernen in urbanen Gärten (Halder u. a. 2014). Das im Do-it-yourself-Siebdruck gestaltete Cover des Handbuchs von Berliner Gartenaktivist*innen lässt sich mit ein wenig Bildhermeneutik als ein eigenes Universum lesen: Maispflanzen umwuchern eine Hochhauslandschaft, Tomaten sprießen auf Dächern und eine überdimensionierte Maiskolben-Heuschrecke schaut sich in aller Ruhe im urbanen Biotop um. Im Buchinnern treffen wir auf eine Gießkanne mit Vogelbeinen und einen Menschen mit Zwiebelkörper: Bruno Latours „Parlament der Dinge“ lässt grüßen: Hier sind Pflanzen und Tiere keine Ressourcen, sondern selbst Akteur*innen, die ein Recht auf ihnen gemäße Umwelten in der Stadtgesellschaft haben.

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Christa Müller hat am 28.06.2016 auf der Degrowth-Plattform einen Online-Beitrag veröffentlicht: Die Urban-Gardening-Bewegung. Auf der Suche nach einem neuen Kultur-Natur-Verhältnis.

„Die Lebensmittelproduktion muss demokratisiert werden. Ernährungsräte bieten dazu eine Chance.“

Christa Müller schreibt dazu in der Frankfurter Rundschau am 05. Mai 2016: Die Lebensmittelproduktion muss demokratisiert werden. Ernährungsräte bieten dazu eine Chance. Siehe den Artikel hier.

Christine Lenz und Marion Akamp (2015): Transdisziplinäre Forschung für eine Transformation des Ernährungssystems: Das Projekt nascent, in: Pfriem, Reinhard et al. (Hg.): Die Kultivierung des Ökonomischen. Kulturelle Prozesse, kulturelle Praktiken, kulturelle Kompetenzen, Marburg: metropolis Verlag, 207-216

Niko Paech (2015): Ernährung und Landwirtschaft: Von organisierter Unverantwortlichkeit zur Postwachstumsökonomie, in: Pfriem, Reinhard et al. (Hg.): Die Kultivierung des Ökonomischen. Kulturelle Prozesse, kulturelle Praktiken, kulturelle Kompetenzen, Marburg: metropolis Verlag, 189-205.

Reinhard Pfriem, Irene Antoni-Komar, Christian Lautermann (2015): Transformative Unternehmen, in: Ökologisches Wirtschaften, 3/2015.